Zuchtzulassung Bicolorpudel
 




§ 22.5
Grundlagen der Pudelzucht in Bicoloroptik


Um den Pudel, wie andere Rassen auch, vor ausufernden Verhunzungen durch gewissenlose Profiteure zu schützen braucht es neben dem Regelwerk die Konsequenz, dasselbe auch durchzusetzen! Dabei steht die gesundheitsorientierte Zucht im Vordergrund; sinnfreies herumexperimentieren zwecks verkaufsfördernder Farbkreationen ist mit sauberer Hundezucht unvereinbar. Wir haben beschlossen, die Zucht zweifarbiger Tiere zuzulassen, obwohl diese gegen den aktuellen Standard verstoßen! In Anlehnung an die vom VDH erlassene Richtlinie entstand unser, unter dem Begriff Bicolorzucht zusammengefaßtes Regelwerk. Damit gehen wir einen Schritt weiter als der VDH und werden strikt keine anderen Farben und Färbungen zulassen als in diesem, nachfolgenden Dokument des Jahres 2014 detailliert dargelegt sind. Hierin ist die Spanne des Farbtones "Loh" weit gefaßt, die Zeichnung selbst aber exakt vorgegeben. Farbfehler des Harlekin werden entsprechend der Schwere mit Punktabzug sanktioniert. Tiere mit schweren Fehlern wie etwa zweifarbige Läufe oder dominierender Ruß sind als Familienhunde uneingeschränkt geeignet - als Basis einer Zucht taugen sie aber nicht!
Viele Jahrzehnte brauchte es, bis aus den ehemals gescheckten Pudeln saubere, farbreine Tiere erzüchtet worden sind. Die vielfach kolportierte Geschichte, der Scheckenpudel sei eine "vergessene" Varietät, ist ein Ammenmärchen! Unbestreitbar ist die seit Ende des letzten Jahrhunderts aufgekommene Harlekinzucht ein züchterischer Rückschritt, was einzig der Art und Weise geschuldet ist, wie in Deutschland Hunde zur Vermarktung produziert werden. So ein plan- und kritikloses Vermehren gibt es mit uns nicht! Zuchtziel sind Tiere, die man selbst gerne anschaut, die dem Standard mit der hier dargelegten Zielrichtung entsprechen und so dem "idealen Harlekin" weitgehend nahekommen. Dazu sind die selbst erstellten Regeln zu befolgen. Der OHFVe.V. wird jede nur mögliche Hilfe leisten wenn diese abgefordert wird. Die wichtigste Zutat liefert aber stets der Züchter, dessen selbstkritische Einschätzung Motor seines Erfolges ist!


»Festlegungen zur Farbverteilung durch den VDH und DPK, VDP, ADP, PZV 82 vom 05. Februar 2014

Zucht und Ausstellungsbewertung der neuen Farbvarietäten der Rasse Pudel erfolgen nach dem gültigen FCI-Standard 172/FR vom 23.01.2015, CANICHE mit Ausnahme der Farbgebung.
Der Standard definiert den Pudel als einfarbig Schwarz, Weiß, Braun, Grau oder Falb.
Die vom Standard abweichenden Färbungen der Bicolortiere werden wie folgt definiert:

1. Weiß / Schwarz gescheckt
Bei weiß/schwarz gescheckten Tieren ist die Farbe Weiß vorherrschend und wird von der Farbe Schwarz scharf abgegrenzt.
Der Kopf ist schwarz. Eine feine weiße Linie von der Nasenwurzel bis zum ersten Halswirbel oder ein Tupfer in der Krone sind erlaubt.
Der Bart darf weiß sein.
Die Körperzeichnung zeigt 2 oder 3 schwarze Platten.
Zwei sind entweder nebeneinander vom Widerrist über die Schultern oder von der Nierenpartie bis zur Hinterhand verteilt.
Drei Platten sind +/- gleichmäßig vom Halsansatz über den Rücken bis zur Rute veteilt.
Ein durchgehender schwarzer Rücken beeinträchtigt das Idealbild gegenüber der Plattenzeichnung, wird aber toleriert.
Läufe, Brust und Unterbauch müssen zwingend reinweiß sein.
Schwarze Tupfen in den weißen Regionen (Ticking) sind unerwünscht.
Farbverteilung vorzugsweise 60% weiß und 40% schwarz.
Das Pigment ist gut gesättigt, die Haut unter der Farbzeichnung dunkel (silber). Lefzen und Nase sind schwarz, das Rachenpigment dunkel. Die Krallen sollen schwarz sein. Weiß oder hornfarben wird toleriert. Die Augen sind dunkelbraun.

2. Schwarz / lohfarben
Bei den schwarz/lohfarbenen Pudeln ist die Farbe Schwarz vorherrschend und wird von der Farbe "Loh" (sattes Loh; die Farbe Loh soll, je dunkler sie ist, bevorzugt werden) in symmetrischer Zeichnung leicht fließend unterbrochen und zwar in den Augenbrauen, in der Innenseite der Behänge, am Unterkiefer und an den Wangen, im beidseitigen Brustspiegel, an allen vier Läufen und am After.
Ein schwarzer Streifen an den Rückseiten oder schwarze Außenseiten der Beine sind zulässig, jedoch nicht zu fördern. Die Zeichnung soll klar abgegrenzt sein.
Farbverhältnis vorzugsweise 80% schwarz und 20% lohfarben. Das Pigment ist gut gesättigt, die Haut dunkel, Lefzen, Rachen und Nasenschwamm sollen so dunkel wie möglich sein, Ballen und Krallen sind schwarz. Die Augenfarbe ist dunkelbraun.
Quelle: HP des VDP, leicht überarbeiteter Originaltext


»Festlegungen zur Sicherung der Zuchtziele

Generell dürfen Bicolorpudel nur in den Farbkombinationen Weiß-Schwarz und Schwarz-lohfarben gezüchtet werden. Dazu sind folgende Farbverpaarungen erlaubt:





         H A R L E K I N
Weiß-Schwarz mit Weiß-Schwarz
Weiß-Schwarz mit Weiß
Weiß-Schwarz mit Schwarz
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B L A C K  and  T A N      
Schwarz-Loh mit Schwarz-Loh
Schwarz-Loh mit Schwarz
Schwarz-Loh mit Fawn

Jeder Wurf wird in der 1. Woche von einem unabhängigen Begutachter inspiziert wobei besonderes Augenmerk auf die Farbverteilung der Welpen gelegt wird. Der Züchter legt dazu eine Fotodokumentation zu jedem Welpen an. Diese ist bis zur Abgabe - nicht vor Ende der 12. Woche - im Wochenrhythmus zu aktualisieren.
-> Welpen mit deutlichen Fehlern erhalten in der Ahnentafel den Vermerk NOT FOR BREED.
-> Geeignet erscheinende Tiere dürfen ab vollendetem 2.Lebensjahr zur ZEP vorgestellt werden.
-> Die 2.Zuchteignungsprüfung hinsichtlich der Farbgebung erfolgt mit Beginn des 4.Lebensjahres.
-> Tiere die im Alter bis zu 4 Jahren Pigmentverlust an Nase/Lefzen zeigen gehen aus der Zucht!
-> Harlekine mit übermäßig viel Rußstellen im Fell unterliegen einem Zuchtverbot.
-> Bei einzelnen Rußflecken ist ein Wurf erlaubt; die NZB ist entscheidend für das weitere vorgehen.

Um Spätveränderungen zu erfassen verpflichtet sich im Kaufvertrag jeder Käufer, allmonatlich ein qualitativ hochwertiges Foto von jeder Körperseite an das Zuchtbuch zu senden. Ab 13.Monat sind ein 8-wöchiger und ab 25.Monat ein 12-wöchiger Turnus ausreichend. Nach dem 4.Geburtstag sind Fotos noch halbjährlich anzufertigen. Sollte bis dahin keine gravierende Änderung in Aussehen / Pigmentierung eingetreten sein, wird das ZB die Forderung auf ein Bild/Jahr reduzieren. Der enge Rhythmus ist nur bei augenscheinlich tadellosen Tieren notwendig; Hunde die wegen Farbfehlern keine ZZ erhalten sind in größeren Intervallen fotographisch zu dokumentieren.


»Definition der Farbfehler und deren Wichtung

Es gilt der Grundsatz, daß ein Harlekin IMMER Weiß als dominierende Grundfarbe zeigt. Im Gegensatz dazu ist die Grundfarbe beim Black & Tan stets Schwarz. Beide Varietäten dürfen zu ihrer jeweiligen Grundfarbe nur die eine festgelegte Zusatzfarbe in ihren Abzeichen aufweisen. Die Farbfelder sind klar abgegrenzt und zeigen sich nur an den oben beschriebenen Stellen.



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