Zuchtzulassung Großpudel
 
Bedingungen zur Zuchtzulassung

»§ 22.1   Großpudel

verbindlich für alle Entscheidungen: FCI-Standard 172/FR vom 23.01.2015, CANICHE


Grünmarkierter Befund = die Nachkommen aus der Paarung mit einem gleichwertigen Partner dürfen automatisch als genetisch gesund gelten.
Orangefarbener Befund + Verpaarungsvorschrift = alle Nachkommen aus dieser Paarung müssen zwingend den entsprechenden Gentest machen!
Rotmarkierte Befunde = das betroffene Tier unterliegt einem absoluten Zuchtverbot.
Auf den Merletest kann verzichtet werden, wenn nachweislich in vier Vorfahrengenerationen beider Eltern kein Fall von Merlefärbung auftrat.
Violett markierte Tests sind zwingend, sofern beide Eltern nicht bereits NN getestet worden sind.
Blau markierte Tests basieren auf Freiwilligkeit. Die Züchterehre gebietet entsprechende Ergebnisse offenzulegen, was im ungünstigen Falle ein Zuchtverbot bedeuten kann. Der Zuchtleitung obliegt es, in begründeten Fällen solche Tests anzuordnen.

01. - Transponder mit Landeskenner, Chipnummer muß mit HTA und Ahnentafel übereinstimmen
02. - EU-Heimtierausweis mit Nachweis der Impfungen, einschl. Tollwut
03. - DNA-Profil, vollständiger Ausdruck, ISAG-Standard mit 19 Markern
04. - Abstammung, zertifiziert, Basis: DNA-Profile beider Elterntiere
05. - EDTA-Blutprobe, im OHFV-Partnerlabor für mindestens 10 Jahre deponiert
06. - Patellaluxation 1 ab 13.Monat, TA-Befund Grad 0/0, Grad 1 mit 0/0-Partner, Grad 2 = ZV
07. - Gentest Degenerative Myelopathie (DM), NN, N/DM mit NN-Partner, DM/DM = ZV
08. - Gentest Prog. Ret. Atrophie (prcd-PRA), NN, N/PRCD mit NN-Partner, PRCD/PRCD = ZV
09. - Gentest von Willebrandt Typ1 (vWD1), NN, N/vWD1 und vWD1/vWD1 = ZV
10. - Gentest Neonat. Enzephalopathie (NEWS), NN, N/NEWS mit NN-Partner, NEWS/NEWS = ZV
11. - Gentest Merle (M), mm, M/m, M/M, M(c)m, M(c)M(c) und M(c)M = ZV
12. - Gentest Maligne Hyperthermie (MH), NN, N/MH mit NN-Partner, MH/MH = ZU
13. - Gentest Hyperuricosurie (SLC), NN, N/SLC mit NN-Partner, SLC/SLC = ZU
14. - Patellaluxation 2, Kontrolle ab 36.Monat, TA-Befund 0/0, bis PL 1/1 nur mit 0/0-Partner!
15. - Hüftdysplasie ab 15. Monat, HD-Grad A/A, A/B, B/A, B/B mit A/A-Partner, C-Hüfte = ZV
16. - Ellebogendysplasie ab 15. Monat, ED-Grad 0/0, 0/1, 1/0 nur mit 0/0-Partner!, 1/1 = ZV
17. - Gentest Hereditäre Katarakt (HC), NN, N/HC, HC/HC = ZU
18. - Die Katarakt ist im Zweijahresrhythmus per Spaltlampe zu untersuchen.

Wir empfehlen den Großpudel auch auf eine eventuelle Kniescheibenluxation zu untersuchen, stellen diese palpatorische Befundung aber dem Züchter frei. Es ist zu beachten, daß auf keinen Fall der Luxationsgrad schlechter als 1/1 sein darf um die Zuchtzulassung zu erhalten. Dabei ist auch das Gangwerk auf Achsenfehler zu befunden. Die Befundung ist nicht während oder unmittelbar nach einer Läufigkeit zu empfehlen da dies fehlerhafte Ergebnissen provoziert. Eine Wiederholung ist im Zweifelsfall problemlos machbar. Gleichfalls empfehlen wir eine Nachuntersuchung im 4.Lebensjahr.
Für die röntgenologische HD- und ED-Untersuchungen ist im OHFVe.V. der 15.Monat als ehester Termin festgelegt. Die Auswertung der Aufnahmen erfolgt ausnahmslos bei der von uns vorgegebenen neutralen Stelle und nur mit den von uns bereitgestellten Formularen.
Bei der von Willebrand Blutgerinnungsstörung ist wegen des autosomal-dominanten Erbganges die Zucht mit Trägertieren generell ausgeschlossen. Mit gleicher Konsequenz untersagen wir die Zucht mit Tieren, welche als Träger des Defektgen Merle in einer korrekten Pudelzucht nichts verloren haben.
Der Test auf Hyperuricosurie wird für Zuchthunde empfohlen da beim Wissen um diese Veranlagung mit entsprechender Ernährungsweise Steinbildung vorgebeugt, Operationen vermieden werden können. Da SLC rezessiv vererbt wird, kann mit Anlageträgern gezüchtet werden wenn der Partner ebenfalls getestet und als anlagefrei (NN) befundet wurde. Wir haben reinerbige SLC-Träger als ZUCHTUNTAUGLICH ausgewiesen und vertrauen der Ehrlichkeit unserer verantwortungsvoll handelnden Züchter. Für den Gentest auf Maligne Hyperthermie trifft das eben dargelegte sinngemäß zu. Bei der freiwilligen genetischen Untersuchung zur Katarakt schließen wir gezielt auch Anlageträger von der Zuchtverwendung aus. Damit soll das einschleppen eines HSF4-Defektes in die noch gesunden Bestände verhindert werden. Bedenken Sie stets, daß der von Ihnen zu treffende Aufwand, ganz besonders bei Nutzung unserer sehr günstigen Koppeltarife, verschwindend gering ist im Verhältnis zu dem tierischen wie menschlichem Leid was so verhinderbar ist. Viele unserer geforderten Untersuchungen stellen reine Maßnahmen zur Prävention dar. Nur so ist es möglich, beim ersten Auftreten eines bisher nie vorhandenen Gendefektes mit den richtigen Entscheidungen gegenzusteuern.

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